25.03. - 31.03.2007
Rafael Fuchsgruber und Bruno Röser von TRI POWER Aegidienberg beim
Marathon des Sables


Die Entscheidung zur Teilnahme am Marathon des Sables, einer der weltweit härtesten Laufveranstaltungen, fällten die beiden im Juni 2006. Die Trainingsschwerpunkte der Triathleten verlagerten sich danach auf das Laufen und diverse organisatorische Vorbereitungen.

Beim Marathon des Sables gilt es über feste Etappen in 7 Tagen 220 Kilometer in der Sahara zu laufen. An den einzelnen Etappenzielen stellt der Veranstalter ein Biwak, bestehend aus winddurchlässigen Berberzelten und einem Teppich bereit. Zusätzlich werden die Extremsportler noch mit Trinkwasser versorgt. Verpflegung, Kleidung, Schlafsack usw. werden die Teilnehmer selbst mitbringen und über die vollen 7 Tage im Rucksack transportieren.
Insbesondere bei der Ernährung liegt der Fokus auf wenig Gewicht und Volumen bei gleichzeitig hoher Kalorienanzahl. In der Vorbereitung wurden diverse Läufe über 5 Stunden mit Rucksack absolviert. Insgesamt kam den Sportlern der milde Winter zu Gute, denn die Temperaturunterschiede von Westeuropa zur Sahara waren nicht so extrem wie in anderen Jahren.

In Marokko erfolgte die Anfahrt zum Biwak mit Bussen und über die letzten Kilometer mit geländegängigen Lastwagen. Am 25. März dann der Start, 770 Extremläufer aus aller Welt starten auf die erste 29 Km lange Etappe bei einer Schattentemperatur von 42 Grad. Es geht über Geröllfelder, Sanddünen und unerwarteter Weise über Berge. Am zweiten Tag folgt eine 35 Km Strecke mit Anstiegen, die nur am Sicherungsseil zu bewältigen waren. Bedingt durch die Berge und den Untergrund werden Durchschnittsgeschwindigkeiten im Bereich von 7 Km pro Stunde selten überschritten.

Nach jeder Etappe finden sich die Teilnehmer im Zelt wieder. Jedes Zelt ist mit 8 Sportlern besetzt, die sich vorher nicht kannten. Nach der Ankunft beginnt die Suche nach etwas Brennbarem und nach Steinen, um einmal das Zelt am Boden zu beschweren und abzudichten und um Feuer machen zu können. So vergehen die Stunden bis zur Nachtruhe mit Gesprächen und Erlebnisberichten vom Tag. Gegen 19:00 wird es ca. 5 Grad kalt, und die Dunkelheit bricht ein. Regelmäßig beginnt dann auch ein Sandsturm, hier bietet nur der Schlafsack einen geringen Schutz. Am dritten Tag folgen 32 Km und am vierten Tag die Etappe über 71 Km, die dann auch in die Nacht hinein ragt. Außer dem unwegsamen Gelände mit Sand und Geröll nur einige Anstiege und dann nach ca. 10 Stunden ist das Biwak zu sehen, Erleichterung und Freude, hoffentlich keine Fata Morgana. Doch der Weg vom ersten Erkennen bis zur Ankunft war endlos und führte noch eine knappe Stunde über Geröll und viele Dünen. Danach gab es nur noch einen Marathon über 42 Km und am letzten Tag noch 11 Km durch die Dünen von Merzouga und dann die lang ersehnte Finish Line. Tolle Stimmung und frisches Brot im Ziel, und endlich nach einem 5-stündigen Bustransfer aus der Wüste, eine Dusche und ein Bett. Die selbst gesteckten Ziele im ersten Drittel zu finishen, wurden weit übertroffen.
Rafael Fuchsgruber beendet das Rennen nach ca. 29 Stunden auf Position 96.
Bruno Röser erreicht das Ziel nach ca. 32 Stunden auf Position 156.

Was letztendlich die besondere Härte des Rennens ausmacht, ist nicht nur der Lauf. Körperliche Anstrengung, Schlafen oder Nichtschlafen auf steinigem Untergrund, hohe Konzentration beim Laufen in den Geröllfeldern, limitiertes Wasser pro Tag, Gewicht im Rucksack und natürlich die Temperaturen von über 42 Grad im Schatten - Schatten gibt es in der Wüste nicht - bilden in der Kombination das Besondere. Der Rucksack ist ein besonderes Problem, denn das Startgewicht von ca. 11 kg am ersten Tag und 6 kg am letzten Tag muss geschleppt werden, da verzichtet man schon auf nicht notwendige Annehmlichkeiten wie Isomatte usw. Der einzige Vorteil: durch den täglichen Verzehr des Proviants wird der Rucksack von Tag zu Tag leichter.
Der Marathon des Sables war ein Erlebnis der besonderen Art, bei dem man feststellt, dass eine Woche ohne Telefon, Strom, Handy, fließendem Wasser und permanentem Internet auch in der heutigen Zeit möglich ist.

B. R.

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