28.2.2010

Gerry Hoffmann finisht  Ironman Malaysia als AK Zweiter und schafft Hawaii Quali !

Langkawi. Eigentlich wollte ich in Malaysia in aller Ruhe meinen 50. Geburtstag feiern, ein bisschen Radfahren und mich nach  verletzungsbedingter 2-jähriger IM Abstinenz wieder in der Szene zurückmelden. Daß am Ende die Hawaii Quali herauskam, war absolut überaschend und mein schönstes Geburtstaggeschenk.

Die ersten Radausfahrten und lockeren Laufeinheiten entlang der kleinen Dorfstrassen im Süden der Insel waren geprägt von der Freundlichkeit und Herzlichkeit, die mir von den Einheimischen entgegen gebracht wurde. Es war eine Mischung zwischen Staunen, Anerkennung und Kopfschütteln, daß sich  jemand bei der Mittagshitze  überhaupt freiwillig in die Sonne begibt. Eine 8-tätige  Akklimatisierung hatte ich mir vorgenommen.
Das Sightseeing der kleinen Insel wurde mit Radausfahrten kombiniert, und so wurde es auch kaum langweilig. Als Belohnung gab es dann bei den herrlichen Sonnenuntergängen die Leckereien des Landes, hauptsächlich scharfe Suppen Seafood und jede Menge Nasi‘s .
Der Wettkampftag selbst begann um 7h45 bei 28° Luft- und Wassertemperatur, Neoverbot ist hier selbstredend. Die Schwimmstrecke war als One Lap Runde ausgelegt, also 1,9km in den indischen Ozean hinaus und wieder zurück. Ich spürte schnell die starke Strömung und zog es vor mich in den Schatten eines Japaners zu legen und meine limitierten Kräfte zu sparen. Der Japaner hatte sichtlich Mühe den Kurs zu halten und war bei  Hälfte der Strecke mit seiner Kunst am Ende. Mein nächstes Opfer brachte mich dann zum Schwimmausstieg. Mit fetten 1:27 aus dem Wasser ging’s dann auf die Radstrecke.
Mittlerweile war  es  kurz nach neun und bereits 32°. Der wellige Kurs kam mir entgegen und ich hatte nach der ersten von 4 Runden einen 36er Schnitt auf dem Tacho. Steigende Temperaturen und leergesoffene  Aid Stations führten allerdings dazu, daß ich dann gegen 14h45 bei 38° und einem 33er Schnitt ziemlich platt vom Rad stieg.
Nach 5km musste ich zum ersten Mal gehen und mir schwante Böses. Es sollte der längste am Stück gelaufene Streckenabschnitt bleiben. Auf mich warteten 5 Runden à 8km (plus je eine Ein/-und Ausführungsstrecke), wovon die Hälfte durch eine staubigen Baustellenbereich führte. Dieser Abschnitt ohne Schatten und mit staubiger Luft mit geschätzten 40° sollte sich zum Scharfrichter vieler Age-Grouper entwickeln. Während sich die Pro’s bereits dem Ziel näherten, kämpfte der Rest um’s sportliche Überleben. Meine  Zwischenziele wurden immer kürzer und ich hatte einen Schnitt um die 6:30 auf der Uhr. Bei jedem VP gönnte ich mir eine Ladung Eiswasser auf mein Haupt und kippte Cola und Wasser in meine durstige Kehle. Meine Hochrechnung für den Marathon lag derzeit bei 5 Stunden und meine Stimmung war auf dem Nullpunkt angelangt. Der Ironman sollte doch ein Geburtstagsgeschenk sein……
Nachdem ich wieder mal eine Gehpause (Mitte der zweiten Runde) einlegen wollte, rief mir plötzlich eine Stimme zu „Allez, vas y, tu es deuxieme. Zu deutsch: Hau rein Du bist Zweiter. Zunächst dachte ich an einen üblen Scherz, das kann doch nicht sein. Doch als ich mich umsah, kam ich mir vor wie bei einer asiatischen Völkerwanderung. Die meisten waren schon am gehen.

Ich beschloss, dem Franzosen zu glauben und ließ mir seine Aussage beim nächsten U-Turn bestätigen: Bien sure, tu es deuxieme….Ich verkürzte meine Gehpausen und erhöhte die Reisegeschwindigkeit auf 5:30,  Die Chance auf eine vorzeitige Quali setzte ungeahnte Kräfte frei….
Nach 11:24 kam ich mit meiner schlechtesten Marathon Zeit ever (4:25) ins Ziel und wusste aber immer noch nicht, ob es gereicht hat oder ob ich von dem Drittenzwischenzeitlich  passiert wurde. Nach zwei Stunden Warten kam die Gewissheit: Ich war Zweiter, 20s vor dem Dritten. Es war der Vorjahressieger   der AK 50, Tomiri Maru. Im letzten Jahr hatte er noch eine 10:27 hingelegt.
Ich saß noch lange im Zielbereich und konnte es nicht glauben, mein Traum von der Quali ist wahr geworden. Ein geiles Gefühl. Nach zwei Seuchenjahren ist es aber auch mal Zeit geworden Glück zu haben.
Die Award Ceremony am Eagles Square wird unvergesslich bleiben. Neben Größen wir Belinda Granger und Marino Vanhoenacker auf die Bühne gerufen zu werden,  sind einfach bewegende Momente, die sicher Seltenheitswert haben werden.

Gerry, Langkawi im März 2010

 

 

 

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