04.07.2010
Ironman 2010
Der Wettkampf und die Trainingsstrapazen liegen nun schon fast 2 Wochen hinter mir. Derzeit befinde ich mich in der langersehnten Erholungsphase, d. H. Chips, Bier, Kuchen, Currywurst usw. J
Wie alles begann:
Ich konnte ja nicht ahnen wie schnell man in ein „Milieu“ reinrutscht, als ich bei einem lockeren Halbmarathon (Bahndammlauf 2007 in Buchholz), den ich als Vorbereitung für den Köln-Marathon absolvierte, jemanden mit einem Köln-Marathon Finishershirt erspähte und natürlich direkt anquatschte „Bernd Vasters“, wir sind dann beide in Köln gestartet. Es folgten meine ersten kläglichen Schwimmversuche bei Britta sowie mein erster Triathlonrenner von Bernd, ein gelbes Principiarad, auf dem schon so mancher im Verein seine Runde gedreht hat.
Dankeschön:
Ich möchte sehr gerne die Gelegenheit nutzen, um mal ein Dankesschön los zu werden.
Besonders bedanken möchte ich mich bei Britta, die aufopferungsvoll mit viel Fachwissen und Erfahrung jede Woche das Schwimmtraining leitet und solchen „plantschender Beckenrandrandschwimmer“ wie mir das Überleben auf dem Wasser ermöglicht und sogar aus dem einen oder anderen gute Schwimmer formt. Echt eine riesen Leistung! In Bezug auf die Trainingsmotivation hat mir auch die sehr gute Stimmung des Montagsabendkurses (auch liebevoll Aquajogginggruppe genannt) geholfen.
Infiziert mit dem Virus „Ironman“ habe ich mich bereits 2008, als ich mit Gerry Hofmann und Bernd Vasters beim Ironman Frankfurt als Helfer die Athleten vom Zielbereich in den Verpflegungsbereich geführt habe. Bernd startete ja bereits schon im darauffolgenden Jahr. Die motivierenden Aussagen von Gerry an diesem Tag, die ich heute noch in bester Erinnerung habe, waren ein wichtiger Grundstein für die spätere Anmeldung.
Zum Wettkampf:
Extrem nervös startete ich am Freitag zur Wettkampfbesprechung nach Frankfurt. Die Kulisse und die Stimmung haben mich sofort in den Bann gezogen. Alleine die Aussage „Neoprenverbot“ traf mich mit der Wucht eines 10 Kg-Hammers! Noch etwas nervöser ging es dann mit der Familie am Samstag bei 36 Grad zum Check-In an den Langener Waldsee. Das Testschwimmen in Badehose beruhigte mich dann etwas, auch die wirklich tolle Stimmung unter den Sportler brachte mich wieder auf Normalpuls. Nach einem aufmunternden Telefongespräch mit Bernd V. konnte ich dann auch tatsächlich noch ein paar Stunden schlafen. Um 3:30 Uhr begann dann für mich und meine Familie der „Längste Tag des Jahres“. Um 6:45 ging es ins Wasser. Ich hatte mir in der Hoffnung auf weniger Gedrängel eine Stelle relativ weit draußen im See ausgesucht. Allerdings weit gefehlt, die letzten 5 Minuten vor dem Start ähnelten eher einer großen Schlägerei. Die erste Viertelstunde nach dem Schwimmstart sollte das in abgeschwächter Form noch bleiben. Danach konnte ich mich auf das Schwimmen konzentrieren. Nach 1:35 St. war es geschafft. Danach ging es gut gelaunt und voller Tatendrang aufs Rad. Nach Km 20 dann das blanke Entsetzten „Plattfuß“. Voller Adrenalin und laut motzend ging es dann nach 6 Minuten (gefühlten 2 Stunden) weiter. Nach Km 25 der zweite Plattfuß. Aber Gott sei Dank war es nur Einbildung. Nach einem kurzen Stopp zur Überprüfung konnte ich weiterfahren. Das war dann auch der absolute Tiefpunkt des Tages. Danach lief es richtig gut und so konnte ich nach 185 Km (Verlängerte Radstrecke) und 6:05 St. Radzeit die Laufschuhe schnüren. Meinen geplanten 6er Schnitt konnte ich nur in der ersten Runde halten, danach habe ich, auch aufgrund der 31 Grad, einen Gang zurückgeschalten müssen. Die letzten 10 Km konnte ich wieder etwas Gas geben. Nach 12:25 Std. und einem Jahr nach der Anmeldung war der große und unbeschreibliche Augenblick endlich da. Mit 4 Bändchen am Arm und einer überwältigen Partystimmung am Straßenrand ging es dann über den roten Teppich ins Ziel. Die Organisation des Veranstalters war fantastisch. Jederzeit waren Ansprechpartner und Helfer zur Stelle, die Verpflegung war super und es gab keinerlei Wartezeiten.
Viele Grüße von eurem Vereinskollegen
Gunnar Clemens

Bild 1: Tri Power Rhein-Sieg im Fachgespräch mit dem Abu-Dhabi-Team (Faris) J

Bild 2: Meine Familie, die wahren Helden des Tages