14.06.2009
Michel Armbrust - Ein (Selbst-)Erfahrungsbericht

Mein erster Bonn Triathlon (3. Triathlon)

Die Vorbereitung hierfür lief alles andere als gut. Ich konnte nicht ganz soviel Gewicht „abwerfen“ wie erhofft und habe auch weniger Zeit zum Trainieren gehabt als ich mir erhofft hätte. Krankheit und Arbeit haben mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber angemeldet bin ich nun mal und den Rest bin ich dann wohl selber Schuld.

Vor dem Start haben sich dann fast alle Tri Power Rhein-Sieg Starter zusammen auf der Wiese vor den Fähren getroffen und noch ein wenig zusammen erzählt und Fotos gemacht. Die Stimmung war richtig gut und es wurde auch reichlich gelacht.
Dann kam der Aufruf, dass alle Kleiderbeutel abzugeben sind. Da Leslie mit zum Schwimmstart gekommen ist war sie so nett und hat unsere Beutel beim LKW abgegeben, so dass wir uns direkt Richtung Fähre begeben konnten.

Schwimmen:

Natürlich habe ich mich in die erste Reihe gestellt. :-) (Leslie hat es auch schön auf Video wie wir ins Wasser gehen). Der Start war ganz gut, ich habe kurzzeitig meine Gruppe angeführt und konnte mich deshalb aus allem raushalten was dahinter geschah. Leslie hat mich dann kurz vor dem Ausstieg als ca.15. in meiner Gruppe geortet. Wie hat sie mich wohl erkannt ;-) Genau! Am linken Arm den ich nicht so recht weit aus dem Wasser bekomme. Am Ende bin ich in die letzten aus der Startgruppe vor uns rein geschwommen die Natürlich nicht die schnellsten waren und es gab einen Stau auf den letzten 500m vor dem Ausstieg. Raus aus dem Wasser ging ganz gut, bin dann über die erste Zeitmatte in die Wechselzone gelaufen und habe da schon meinen Neo ausgezogen, weil es in dem Bereich wo ich stand mit dem Fahrrad sehr eng war. Dann mit Neo in der Hand weiter und Überraschung, die 2. Zeitmatte wo die Wechselzone eigentlich angefangen hat. Mist jetzt stimmt meine Schwimmzeit nicht war der erste Gedanke. Also im Ergebnis ca. 15 sek. abziehen. Wie ich dann hinterher erfahren habe durfte ich den Neo erst am Rad Ausziehen und hätte sogar eine Zeitstrafe erhalten können. Ups, vielleicht sollte ich mal die Regeln vor meinem ersten Liga Start durchlesen!!!

Rad:

Aus der Wechselzone raus und schon ein paar Leute überholt. Dann kam der erste Berg und ich war schon wieder im kleinsten Gang. Wie geplant bin ich das erste Stück auch recht ruhig mit ca. 11 km/h hochgefahren. Dann wurde es flacher und es ging richtig los. Jetzt hat der Tacho schon über 20 km/h angezeigt. Geht doch! Endlich oben angekommen und schwups war ich über 40 km/h.
Das läuft gut (dachte ich). Die nächsten km liefen auch ohne Probleme und ich konnte weiter Zeit gut machen. Dann kam ich an Frank und Doro im Hanfbachtal vorbei und die Stimmung wurde immer besser. Bis zum Berg nach Lanzenbach hoch war auch alles im grünen Bereich. Ohne Ende Leute überholt. Auch Leslie und Michael W standen am Straßenrand, die mich mit Fotoapparat und Anfeuerungsrufen kräftig unterstützen. Bis hierhin hatte ich schon mal einen 32,7 Schnitt! Super, das läuft doch gut (dachte ich) Aber...... auf den letzten Metern bergauf habe ich schon gemerkt, dass in beiden Beinen sich so langsam die ersten Krämpfe bemerkbar machen könnten. Oben angekommen links runter größter Gang und Beschleunigen bis ca. 60kmh (Ich brauche für solche Bergab-Strecken ein paar mehr Gänge :-) ) rollen lassen und – juhu - neuer Geschwindigkeitsrekord 80,0 km/h. Wieder im Hanfbachtal angekommen und jetzt etwas ruhiger, damit die angekündigten Krämpfe nicht doch noch auftreten. In Hanf angekommen schnell noch an der Verpflegungsstelle eine Flasche Wasser vom Dirk entgegengenommen und weiter geht’s. Jetzt kommt der Sassenberg. Rechts rum in den Berg rein, keine 50m den Berg rauf und schon - KRÄMPFE!!! Beide Oberschenkel ein Riesen Krampf. Was mach ich jetzt. Fahre ich weiter oder steige ich ab und dehne? Wie ich so am Überlegen war und die Krämpfe immer mehr weh taten habe ich dann meine Entscheidung links am Berg stehen sehen. Eine große Tri Power Fahne. Hier kann ich unmöglich absteigen. Das geht auf gar keinen Fall! Also Zähne zusammen beißen und weiter. Bis oben standen dann auch noch weitere nette Tri Power Leute, so dass ich mich ein wenig ablenken konnte. Ab hier konnte ich nur noch mit stumpfen Waffen kämpfen. Alle Anstiege waren eine Qual und richtig gut beschleunigen aus den Ecken raus ging dann auch nicht mehr. Wurde dann natürlich von einigen wieder überholt und der Schnitt sank bedrohlich immer weiter Richtung 30 km/h Grenze ab (so ein Mist). In Oberpleis angekommen habe ich dann einen Energieegel zu mir genommen und meine Wasserflasche leer getrunken (Danke Dirk) in der Hoffnung, das es etwas hilft. Die letzten km gingen dann auch wieder recht gut. Die Beine haben dann zwar an den Stellen, wo ich die Krämpfe hatte, auch im Flachen noch wehgetan, aber ich konnte zumindest den Schnitt wieder auf 31 km/h bringen. Auf den letzten Metern zur Wechselzone kamen dann auch die Bedenken, wie wohl der Wechsel auf´s Laufen so klappen würde. Mal sehen.

Laufen:

Das Absteigen vom Rad ging dann schon mal besser als gedacht. Hat zwar erwartungsgemäß an den Krampfstellen weh getan, aber ich konnte zumindest mein Rad im Laufschritt zum richtigen Platz in der Wechselzone bringen. Dann schnell noch die Schuhe gewechselt, den Helm und die Brille ausziehen, Mütze zum Laufen aufsetzen und Startnummer nach vorne drehen. Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit. In der Wechselzone kam dann der erste „Anstieg“ (5m Höhendifferenz) und die Oberschenkel machten schon wieder dicht. Sch... Naja, nur nicht aus der Ruhe bringen lassen. Weiter geht’s in Richtung Blauer Affe, immer am Rhein lang. Dort steht auch wieder die liebe Leslie um mich ein wenig von den dicken Beinen abzulenken und mit mir meinen Kummer zu Teilen. Der erste km ging dann erstaunlicherweise auch mit 4:30 min besser als befürchtet und ich konnte bis zur 1.Wende auf der 5km langen Strecke, die 3mal durchlaufen werden musste, so weiter laufen. Nach den ersten 3km ging es dann langsam bis auf 4:45 rauf mit den km Zeiten. Mit diesem Problem war ich nicht alleine auf der Strecke unterwegs. Da immer mehr Leute langsamer wurden und auch viele Gehpausen einlegen mussten, konnte ich hier wieder sehr viele überholen. 3km vor Ende habe ich dann mal angefangen, meine mögliche Zielzeit auszurechnen und hatte eine Zeit von knapp unter 3:40 h errechnet. Damit wäre ich dann doch für den heutigen Tag sehr zufrieden gewesen. Leider hat der nette Veranstalter mir noch einen Strich durch die Rechnung gemacht und den letzten km mal eben um 550m länger gestaltet als ausgeschrieben. So lief ich dann mit 3:40:51 h, aber auch glücklich durchs Ziel.

Fazit:

Es hat Spaß gemacht. Ich komme wieder. Ich werde mehr trinken die Tage vorher. Hoffentlich mehr Zeit haben zum Trainieren und meine Teller nicht mehr so gut leer schlecken, so dass es doch etwas erträglicher wird von den Temperaturen her.

Vielen Dank an alle die da waren und mit ihrer Anwesenheit mir meinen Wettkampf etwas erträglicher gestaltet haben.

Michael Armbrust



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